Charlotte Seither (* 1965 in Landau/Pfalz) studierte Komposition, Klavier, Germanistik und Musikwissenschaft in Hannover und Berlin. 1998 promovierte sie zum Doktor der Philosophie. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den 1. Preis
im Internationalen Kompositionswettbewerb »Prager Frühling« (1995), den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung (2003), den 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb »Premi International Ciutat de Palma « (2004), den Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen 2010, den Pfalzpreis Musik 2012 und den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Zeitgenössische Chormusik 2014. Als »Artist in residence« lebte und arbeitete sie u. a. in der Cité des Arts Paris (1999), im Palazzo Barbarigo Venedig (1993), in der Villa Aurora Los Angeles (2000) und 2009 in der Villa Massimo Rom. 2013 war sie Stipendiatin der Villa Concordia Bamberg.
Nach einer Gastprofessur an der Hochschule für Künste Bremen (2002) war sie dort weiterhin als Lehrbeauftragte für Neue Musik tätig, weitere Lehraufträge und Lehrstuhlvertretungen, unter anderem 2021 die Lehrstuhlvertretung für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München, folgten.
Ihre Werke kommen auf zahlreichen Festivals zur Aufführung, u. a. mit dem BBC Symphony Orchestra London, dem Tschechischen Rundfunksinfonieorchester Prag, dem ASKO Kamerkoor, beim IFWM-Festival Seoul, dem GRAME Festival Lyon, Nuova Consonanza Rom, LACMA Los Angeles und GAUDEAMUS Amsterdam. Sie ist Mitglied im GEMA-Aufsichtsrat, Beirat GEMA-Stiftung, Bogliasco Foundation Fellow Advisory Council/Italien, Vorstand des Deutschen Komponistenverbands (DKV), sie ist seit 2021 Vorsitzende des Fachbeirats Musik der Guardini Stiftung Berlin sowie Mitglied im Vorstand des INMM Darmstadt. Jury-Mitglied war sie zuletzt: Paul Abraham Kompositionspreis für zeitgenössisches Musiktheater, Musikpreis Sachsen-Anhalt 2022, Concorso Internazionale di Composizione per Orchestra »2 Agosto« di Bologna 2022, Neustart Kultur I–Förderprogramm des Deutschen Musikrats, Neustart Kultur II–Förderprogramm des Deutschen Musikrats, Neustart Kultur III–Förderprogramm des Deutschen Musikrats, Deutscher Musikwettbewerb Komposition, Förderprogramm Repertoirebildung des Landesmusikrats NRW, EZM Förderung Orchestermusik des Deutschen Musikrats.
2021 fanden die Uraufführungen von »fragend licht« (2021) für 8-stimmigen Kammerchor und zwei Violoncelli, Jubiläumskonzert zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl, Ensemble Vocantare Berlin, Leitung: Tobias Walenciak, statt sowie von »Ferne Begegnung. Trois Adieux für Ludwig van B.« (2018) für Kammerorchester, Deutscher Orchesterwettbewerb Bonn 2020/21, Preisträger-Orchester des Wettbewerbs (coronabedingter Nachholwettbewerb online). 2022 wurde unter anderem »Sisters« (2022) für Violine, Violoncello und Klavier, Auftragswerk des rbb für das Deutsche Symphonie Orchester, uraufgeführt und in der Spielzeit 2023/24 des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen findet die Premiere des Bühnenwerks »Fidelio schweigt. Dialog-Oper« statt.